ADAPT HR+/HER2-

Adjuvante, an dynamischen Tumormarkern orientierte, personalisierte Therapie bei Brustkrebs im frühen Stadium, bei der die Risikoeinschätzung und die Vorhersage des Therapieansprechens optimiert wird – Hormon Rezeptor positiver/HER2 negativer Brustkrebs.


Mit großer Wahrscheinlichkeit ist Hormonrezeptor positiver Brustkrebs die Tumorentität mit der der höchsten Überbehandlungsrate mit Chemotherapie. Über-, unter, sowie Fehlbehandlung mit einer endokrinen Therapie wird von der wissenschaftlichen Gemeinschaft wesentlich besser akzeptiert, da sie sowohl mit geringerer Toxizität, als auch geringeren Kosten verbunden ist.

Moderne prognostische und prädiktive Marker, wie z.B. uPA/PAI-1 und Oncotype DX wurden bereits in Studien der neuen Generation (NNBC-3, TAILORx, planB) integriert. Diese zielen darauf ab die Zahl der Patientinnen, die mit einer adjuvanten Chemotherapie behandelt werden zu reduzieren. Bei N0-1/Hormonrezeptor positivem Brustkrebs identifiziert der Oncotype DX Test sowohl eine Hochrisikogruppe, die mit größter Wahrscheinlichkeit von einer Chemotherapie profitiert, als auch eine Niedrigrisikogruppe, die nur marginal, wenn überhaupt, von einer Chemotherapie profitiert. Zusätzlich wird eine Gruppe mit intermediärem Risiko identifiziert, bei der der Nutzen einer Chemotherapie unklar ist. In der TAILORx Studie werden diese Patientinnen (N0, intermediäres Risiko) zu einer Chemotherapie mit sequentieller endokriner Therapie vs. alleinige endokrine Therapie randomisiert. Die Studie wird mit mehr als 11000 Patientinnen durchgeführt, um potenziell kleine Überlebensunterschiede festzustellen. Erste Ergebnisse werden für 2015 erwartet

Neben der optimierten Baseline Bewertung versucht ADAPT ein frühes Therapieansprechen in die Therapieentscheidung miteinzubeziehen. Alle HR+ Patientinnen werden eine 3-wöchige endokrine Induktionstherapie erhalten, sowie eine sequenzielle Bewertung des Recurrence Scores (RS) und von Ki-67. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Ki-67 ein guter Prädiktor für das Ergebnis einer endokrinen Therapie (Tamoxifen, Aromatase-Inhibitoren) ist. Ein Ki-67 Abfall nach einer kurzen prä-operativen endokrinen Therapie erwies sich als wichtiger Faktor für die Überlebensprädiktion bei wiederholten Ki-67 Messungen. Basierend auf der sequenziellen Ki-67 Bestimmung, hoffen die Studienleiter eine Gruppe von Patientinnen mit gutem Ansprechen und geringem Ansprechen auf die endokrine Therapie zu separieren (dynamischer Test). 

Im Unterscheid zu TAILORx wird die ADAPT Studie nicht nur N0 Patientinnen, sondern auch N0-1 Patientinnen mit einem geringen RS (≤11) eine Chemotherapie ersparen. In der Gruppe mit einem intermediären Risiko, und das ist der Hauptunterschied zur TAILORx Studie, werden Patientinnen mit gutem Ansprechen auf die endokrine Therapie ebenfalls keine Chemotherapie erhalten, da sie aufgrund der bereits verabreichten endokrinen Therapie als ausreichend behandelt gelten (ADAPT HR+/HER2- Part I). Ein zukünftiger Vergleich zwischen beiden Studien könnte somit helfen eine Subgruppe zu identifizieren, die unterbehandelt wird.

Patientinnen mit intermediärem Risiko, die vermutlich nur geringfügig von der endokrinen Therapie profitieren, gemessen an einem geringen Ansprechen auf die endokrine Therapie, sowie Hochrisiko Patientinnen (RS≥ 26, N2) werden eine Chemotherapie im Rahmen des ADAPT HR+/HER2- Part II Sub-Protokolls behandelt. Das Chemotherapieprotokoll (ADAPT HR+/HER2- Part II) testet den randomisierten Vergleich zwischen zwei identischen Chemotherapieregimen in inverser Reihenfolge (EC à Doc q3w or Pac q1w vs Doc q3w/Pac q1w à EC). Beide Regime werden bereits häufig in der täglichen klinischen Routine eingesetzt und gelten als equieffektiv, aber nicht equitoxisch.

 
   
  
 
Studiendesign ADAPT HR+/HER2-
 
   
  
 
ADAPT HR+/HER2- Chemotherapie
 
   
  
 
 
   
  
 
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